Katzenfarben und Muster

ein einfacher Anriss der Katzenfarblehre

Farbenkunde bei Katzen ist eigentlich relativ einfach- es gibt sozusagen nur "rote" und "nicht-rote" Katzen.

Rote Katzen sind, da die Farbe geschlechtsgebunden vererbt wird, in den meisten Fällen Kater.
Eine rote Kätzin, die es durchaus auch geben kann hat daher, damit sie das - sehr einfach ausgedrückt - "rot-gen" bekommen und zeigen kann immer einen roten Vater und eine "torbie" oder "tortie" Mutter.
"Tortie" bezeichnet schwarz/rote, also zweifarbige Katzen.
"Torbie" nennt man eine zweifarbige Katze mit "Agouti" also einer Tabby-Zeichnung,
sie ist sozusagen ein "tortie tabby". Als Besonderheit kommt bei den Torties, wenn sie noch weisse Flecken
im Fell haben hinzu, dass sie das berühmte "Glückskatzenmuster", also scharf abgegrenzte
rote, schwarze und weisse Flecken haben, was ihre "nicht-weissen" Schwestern nicht bekommen.
Die sind einfach bunt gescheckt..

Ein roter Kater wird immer zweifarbige Kätzinnen zeugen - und "nicht-rote" Söhne. Nichts anderes.
Es sei denn, er hätte eine rote Partnerin - dann gibts nur rote Kinder, Jungs wie Mädchen.
Wenn sie also eine Katze sehen, deren Vater rot ist, die aber nirgendwo "mit rot" aussieht dann
suchen sie sehr sorgfältig- denn irgendwo hat sie ein rotes Haar- und bekommt wiederum rote Söhne.

Und noch eine Besonderheit gibt es bei den Roten - in den meisten Fällen sehen selbst die einfarbigen,
die "Solid"-Tiere wie gezeichnete, wie "Tabby"-Tiere aus. Das nennt man Geisterzeichung.
Deswegen wird man
ganz selten wirklich "einfarbig rote Tiere sehen- und wenn ist es möglicherweise ein "ticked-tabby"- ein Tier mit der ursprünglichsten aller Zeichnungen in der jedes Haar ins sich fein gebändert ist - und daher einfarbig wirken kann.
meines Wissens haben es bislang nur die Perserkatzenzüchter geschafft praktisch
zeichnungsfreie "solids" zu züchten.
Aber Perser sind die Rasse die am längsten gezüchtet wird- kein Wunder...

Wir reden immer über rot und "nicht rot"- was ist aber mit den anderen Farben? da gibt es ja noch blau und creme,
weiss und silber- und viele andere, die allerdings für die Maine Coon keine - noch keine ?- Bedeutung haben.
Und zu allem Überfluss: manche dieser Farben heissen bei anderen Rassen auch noch anders...

Nun ja- blau- ein taubenblaue Farbton der gerne von "ganz normalen Katzenfreunden" als
"naja, s'ist halt so ne graue.." bezeichnet wird (was auch den silbernen Katzen oft passiert und
worüber Züchter dann entsetzt die Hände überm Kopf zusammenschlagen: "das ist aber BLAU")
ist eine "dilution", eine Verdünnung von Schwarz. Mit den richtigen Genen kann aus zwei
schwarzen Katzen eine blaue rauskommen - blau wird rezessiv vererbt.
Mit Creme ist es genauso- die Möglichkeit der "Verdünnung" der Farbe, hier vom Rot, wird rezessiv vererbt.

Silber hingegen ist gar keine Farbe sondern- hmm- laienhaft gesagt - luftgefüllter Raum im Haar,
was dann eben silbern aussieht. "Silber muss man sehen" heisst der Lehrsatz- zwei nicht silberne
Katzen können keine silbernen Kinder bekommen. Es sei denn, das eine Tier wäre ein Silbernes,
das aber von so schlechter "Farbqualität", dass man es gar nicht als solches erkennt.

Weiss letztendlich ist auch keine Farbe sondern die Abwesenheit davon.
Weiss verdeckt sozusagen einfach die Farbe die "drunter" ist.
Deswegen können weisse Katzen auch bunte Kinder haben..

also doch nur: "rot" und "nicht-rot" - alles ganz einfach, oder?

 

Wie werden die Farben der Katze, also dieses "rot" und "nicht-rot" -oder einfacher "rot & schwarz" - denn bezeichnet?
In der FIFe gibt es den EMS (Easy Mind System) Code - der vieles vereinfacht und bei Farbbestimmung und Memorierung wirklich weiterhilft - hier mal eine kurze Erklärung..

 
 

Schwarz wird darin mit "n", blau mit "a", rot mit "d", creme mit "e",die torties mit "f" und ihre blaucremefarbenen Schwestern mit "g" bezeichnet. Und das Silber kommt dann noch mit einem "s" dazu. Weiss ist natürlich einfach "w" , das aber nur, wenn die ganze
Katze einfach nur weiss ist. Ansonsten wird das "Scheckungsweiss",
also weisse Füsse, Brustlatz, Bauch etc. an einer ansonsten "bunten Katze" anders definiert .

Also schreiben wir eine schwarze Maine Coon als "MCO (für Maine Coon) n", eine blaue als "MCO a" und eine
blausilberne als "MCO as" . Wenn dann noch "Muster" dazukommen und weisse Flecken auf dem Fell der Katze
sind dann wirds nur minimal komplizierter: die Muster und ihre Bezeichnung ( 22, 23, 24 und 25)
sehen sie ganz unten und das Weiss, ja, das Weiss....
Je nachdem wieviel Weiss die Katze hat wird es als "02", "03" oder "09" angegeben.
"09" heisst "unbestimmter Weissanteil" und ist für fast alles gut- bei der Maine Coon..
- andere Rassen sind da wesentlich genauer.

Um das Farbenspiel aber einfacher zu machen hier mal ein paar "Farbbilder" aus unserem Fundus:


diese Katze, unser Dandy, ist ein black silver tabby blotched/white: das schreibt sich dann also so:
MCO (für die Rasse) n (schwarz) s (silber) 09 (weissanteil) 22 (blotched) = "MCO ns 09 22"

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dieser Freund hier, der Lenz, hingegen ist ein blue tabby blotched & weiss , also: "MCO a 09 22"-
wie Sie sehen wird die Weissverteilung immer vor dem Muster aber nach der Farbbezeichnung aufgeführt.

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der Pilot wiederum ist ein black classic tabby/white- ein "MCO n 09 22"

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und dieser Herr, Dandys Vater Vulcan, ist einfach nur schwarz: also "MCO n"

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bleiben wir bei den einfarbigen, den "solids":
..nehmen wir mal eine Dame, nein drei Damen als Beispiele.
Eine Tortie - "MCO f " - keine Zeichnung , kein Weiss - einfach rote und schwarze Haare bunt durcheinander


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.und eine Silber-tortie/weiss - eine "Glückskatze"- "MCO fs 09"
hier sehen wir dann, wie Dank des Weiss die Farbe in umgrenzte Flecken aufgelöst wird- und das Silber die Farben verblassen lässt

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und dieses Kind, tja- viel Weiss, kein Muster.. hier greift die Regel, dass auch bei einer Maine Con nicht alles
"beliebiger Weissanteil 09" ist - das Helmi ist nämlich eine "MCO n 03" - schwarz&weiss

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zurück zu den Tabby's, den gemusterten Katzen..

...unsere Hauskatze, die Lilly, ist vergleichsweise plebejisch gezeichnet.
Sie ist eine blackmackerel, eine gestreifte Katze:
"DOM (für Hauskatze) n 23"..


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..ihr Hauskatzenkollege Beppels hingegen hat eine wunderschöne black classic-Zeichnung: DOM n 22

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fehlt uns was rotes..

erst mal was rotsilbernes: der Rudi ist ein red silver tabby blotched/white, also ein MCO ds 09 22 -
da sieht man nochmal, dass Silber das "rot" ganz schön aufhellen kann ..

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und diese Kinder sind sehr rot)) zwei kleine Kater, red classic tabbys - also "MCO d 22" -
wirkt doch ganz anders wie unser Rudi, oder?

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zum Abschluss noch eine "Torbie"- blaucreme classic tabby: das Perlchen, - eine MCO g 22
creme und blau durchmischt und mit "classic"-Zeichnung: ein bunter Fellteppich -
wobei ihr creme recht kräftig im Farbton ist- das geht auch viel blasser

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Kompliziert? nicht wirklich wenn mans mal verinnerlicht hat...
die Muster/Zeichnungen der Katzen jedenfalls sind wirklich ziemlich einfach:

wie wir gesehen haben, es gibt die einfarbigen Katzen und die gemusterten:

diese Zeichnung nennt man "ticked"
(das ursprünglichste und eigentlich dominanteste Zeichnungsmuster), im FIFe-EMS Code mit "25" bezeichnet:


oder links das "mackerel", "gestreift"; "getigert" im FIFe-EMS Code mit "23"
und rechts seine Auflösung in Punkte, das "spotted" "getupft", mit "24 " bezeichnet:


und zuletzt das classic oder blotched, die "Räderzeichnung" ,
die im FIFe-EMS Code mit "22" bezeichnet wird.


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..hier noch zwei Beispiele der Möglichkeit bei der Weissverteilung - links das
"Harlekin"- im EMS Code "02" und rechts das "Bicolor" EMS-Code "03" .
Alles was weniger Weiss ist wird bei dem Maine Coons mit "09" bezeichnet- "beliebiger Weissanteil".
Wenn sehr viel MEHR Weiss da wäre würde man "01" schreiben müssen - das wäre die sogenannte "Van-Zeichnung".


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..und wenn Sie weitergehende Informationen wollen- also mehr wie nur diesen meinen einfachen Anriss der Katzenfarbgenetik - dann sollten Sie einen Blick in das folgende Buch werfen:

C.A.Landgrafe; Die Farben der Katzen - Farbvererbung einfach erklärt
Books on Demand; ISBN: 3833494864
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